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Kinder, die durch eine Fehl-, Tot- oder Frühgeburt verstarben, erhielten bis vor einigen Jahren häufig keine eigene Grabstätte oder sie wurden gar nicht beigesetzt. In den 80er Jahren gründeten sich erste Selbsthilfegruppen, in denen Eltern ihre schmerzvollen Erfahrungen austauschten. Auch in vielen Kliniken führte das Engagement von Hebammen, Seelsorgern und anderen Mitarbeitern zum Umdenken und bewirkte Veränderungen. Aus dieser Bewegung heraus, entwickelten sich vielerorts Initiativen, um öffentliche Orte der Trauer zu schaffen. Gleichzeitig änderte sich das Bestattungsgesetz, das Eltern in den meisten Bundesländern mittlerweile einen Bestattungsanspruch unabhängig vom Gewicht des Kindes zubilligt.
Auf dem Stadtfriedhof Hannover-Stöcken entstand 2005 nach mehrjähriger Vorlaufzeit die „Kindergedenkstätte“ mit der Planungsvorgabe, allen Menschen, die um ein Kind trauern, ein Angebot machen zu können. Sie setzt sich deshalb aus drei verschiedenen Bereichen zusammen: einem Gedenkfeld, das allen verwaisten Eltern dient, etwa auch denen die die Grabstätte ihres Kindes aufgeben mussten, einem Gemeinschaftsgrabfeld für fehlgeborene Kinder und einem Feld mit Reihengräbern zur individuellen Beisetzung.
Einmal im Jahr, am Samstag vor Muttertag, veranstaltet die „Initiativgruppe Kindergedenkstätte“ eine Gedenkfeier. Dabei steigen zur Erinnerung an verstorbene Kinder weiße Ballons über der Kindergedenkstätte auf.
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